Stammbaum der Familie Willamowski

Paul LoyalAge: 27 years16371665

Name
Paul Loyal
Birth May 10, 1637 37
Christening October 5, 1637 (Age 4 months)
MarriageJudith TriboutView this family
July 8, 1657 (Age 20 years)
Marriage statusJudith TriboutView this family
MARRIED

Birth of a son
#1
Abraham Loyal
1660 (Age 22 years)
Shared note:
oder: Landonvillers
Occupation
Dachdecker

Christening of a sonAbraham Loyal

Death before 1665 (Age 27 years)
Family with parents - View this family
father
mother
himself
Family with Judith Tribout - View this family
himself
wife
Marriage: July 8, 1657Metz
4 years
son
Daniel Blanbois + Judith Tribout - View this family
wife’s husband
wife
Marriage: April 10, 1665Metz

Shared note
Aus dem Leben von Abraham und Susanne Loyal (geb. Mathieu) Kindheit im Hause des Stiefvaters Daniel Blanbois Abraham L. wurde wohl im Jahre 1660 geboren. Ein genaues Datum ist nicht mehr feststellbar, da die Kirchenb?cher von Silly-sur-Nied (Abb. 31) aus dieser Zeit fehlen (verbrannt in den Kriegsjahren 1870/71). Abrahams Vater starb fr?h. Die Mutter (Judith) hatte es als junge Witwe mit ihren beiden kleinen Kindern (Susanne und Abraham) sicherlich nicht leicht. Sie entschlo? sich ein zweites Mal zu heiraten. Dies war bei den Hugenotten durchaus ?blich. Schlie?lich bedeutete es nicht nur eine Altersversorgung, sondern die Eheleute konnten gemeinsam die eigenen und Stiefkinder versorgen. Zu dieser Zeit d?rfte Abraham etwa 5 Jahre alt gewesen sein. Sein Stiefvater, Daniel Blanbois, stammte aus Metz und war von Beruf Leinweber in Landonvillers. Er ?bernahm die Erziehung Abrahams. Aufgrund der Patenangaben hatte Abraham wohl noch eine Schwester Susanne, ?ber deren weiteres Schicksal nichts bekannt ist. Später gesellten sich zu Abraham noch zwei Halbbr?der hinzu, getauft auf die Namen Daniel und Samuel Blanbois. Die drei Br?der lernten vom Vater das Leinweberhandwerk. Am 9. Juli 1684 heiratete Abraham Loyal Susanne Mathieu in Courcelles-Chaussy. In der Urkunde wird der Bruder von Susanne, Raphael Mathieu, genannt.*22 Er wurde am 12.7.1657 in Metz getauft. Raphael war G?rtner und Landarbeiter in Landonvillers und Nouilly bei Metz. Er heiratete am 9.10.1682 in Metz Marie Malaisé aus Nouilly ( » 13.3.1653 in Metz, † 19.6.1752 in Berlin). Das Ehepaar fl?chtete wohl schon vor 1685 nach Ludweiler und von dort aus um 1692 nach Berlin. Der Sohn Jean Mathieu (¬ ... 1696 in Auly b. Metz, † 1.2.1775 in Berlin, 79 J., oo 2.3.1724 in Berlin, franz. ref. mit Jeanne George, ¬ ... um 1692 in Puy bei Metz, † 19.6.1752 in Berlin, 60 J.) ist der Stammvater und Gr?nder der Mathieu'schen G?rtnerei in der Neuen Gr?nstra?e Nr. 31 in Berlin. Die G?rtnerei war bekannt für Blumenzwiebeln und S?mereien. Auch betrieb man in dieser G?rtnerei Z?chtungen in Treibh?usern.*17 Fast alle Nachkommen der Familie Mathieu in Deutschland stammen aus dieser Linie. (K 29); (K 56). (Abb. 29, 37b) Weiterhin lebte in Landonvillers die Schwester Anne Mathieu (¬ ... um 1653 in ...). Sie heiratete am 29.1.1683 in Courcelles-Chaussy (ref.) in erster Ehe Jacob Toussaint (¬ ... um 1651 in ..., † ... vor 1685 in ..., So.v. Jean Toussaint) und am 20.5.1685 in Courcelles-Chaussy in zweiter Ehe David Bachellier, "meunier à Bonfey".*20 Nach der Heirat wohnte Abraham mit seiner Ehefrau Susanne in Landonvillers, sie besa?en dort ein Haus mit einem kleinen Grundstück mit 1 Morgen (= 3.419 qm) Ackerland und einer Wiese. Das Ackerland wurde in vier Tagen der Woche bestellt, an den ?brigen Tagen arbeitete Abraham wohl am Leinwebstuhl. Im Hause wohnte und arbeitete auch der noch ledige Stiefbruder Daniel Blanbois.*14 Sie lebten dort im calvinistischen Glauben und gehörten der reformierten Pfarrei Courcelles-Chaussy an. August 1686 Abraham und Susanne schworen vor den Dragonaden ab Als am 20. Oktober 1685, unter Ludwig XIV., das folgenschwere Revokationsedikt von Fontainebleau erkl?rt wurde und alle vorherigen Edikte, besonders das von Nantes, nichtig wurden, war jegliche Religionsaus?bung der Hugenotten, nunmehr unter Androhung schwerer Strafe an "Leibern und G?tern", verboten. Es begann eine Auswanderungsflut der Hugenotten aus Frankreich in nie geahnten Ausma?en. Mit administrativen Ma?nahmen, Überredung, Drohung und schlie?lich mit Gewalt, sollten die Hugenotten zum Übertritt zur alten Kirche gezwungen werden. Durch die ab 1680 angewandten "Dragonaden", die gewaltsamen Einquartierungen der Königlichen Dragoner in den Hugenottengemeinden, wurden, wie auch schon vor der formellen Aufhebung des Edikts, zehntausende von Reformierten zur Flucht gezwungen. Das Revokationsedikt von Fontainebleau vom 22. Oktober 1685 beseitigte die letzten Rechte. Die Kirchen wurden zerst?rt, die Pfarrer des Landes verwiesen. Selbst private Versammlungen in hugenottischen Gemeinden wurden unter Strafe gestellt. Ebenso galt die Emigration aus Glaubensgr?nden als Verbrechen, das mit der Galeerenstrafe belegt wurde. Am 21. Oktober 1685 (18. Sonntag nach Trinitatis) hielt Pfarrer Jeannet in der Gemeinde Courcelles-Chaussy seine letzte Predigt. Am Donnerstag, den 29. August 1686 mu?ten 140 Familienh?upter, die als besonders gute Anh?nger angesehen wurden, vor dem Lieutenant G?n?ral der Provinz erscheinen, welcher ihnen erkl?rte, da? der vom König gew?hrte Termin zu einem R?cktritt zur r?misch-katholischen Kirche nunmehr abgelaufen sei und da? ihnen wie auch allen anderen Protestanten 48 Stunden Frist gew?hrt sei, abzuschw?ren. Wenn nicht, m??te jede Familie Dragoner als Einquartierung aufnehmen. Am ?bern?chsten Tag wurden 6, 8, 12, 15 oder gar 18 Soldaten einquartiert. Sie mu?ten Bett und Nahrung erhalten. Ein gro?er Teil wich diesem Zwang und man rechnet mit ca. 1.200 Abschw?rungen in den ersten Tagen in Metz. für Courcelles-Chaussy wird die Zahl mit 325 angegeben.*13 Auch Familie Loyal schwor unter dem Druck der Dragonaden ab. Wir finden in der Abschw?rungs-Liste vom 29. August 1686 in Landonvillers unter der Nr. 67 und 68 folgenden Eintrag: "Loial Abraham et sa femme Susanne Mathieu."*5 Wie andere Gemeindemitglieder beschlo? die Familie, das Land zu verlassen. Die Entscheidung Hab und Gut zurückzulassen war sicher schwer. Der Aufbruch durfte nicht bekannt werden, es war verboten, das Land zu verlassen. Fr?hjahr 1687, die Familie flieht zu den Verwandten nach Ludweiler Eine am Schlu? des Lebenslaufes aufgef?hrte Tabelle ist ein Versuch, den Fluchtweg mit seinen Entfernungen und Problemen nachzuvollziehen. Wenn wir uns gedanklich in die damalige Zeit zurückversetzen, m?ssen wir ber?cksichtigen, da? die Familie Gep?ck und Proviant mitnehmen mu?te. Zeichnerische Darstellungen jener Zeit belegen, da? die Fl?chtlinge ihre Habe meist mit zweir?derigen Handkarren bef?rderten, und, da? die Wege unbefestigt waren. Ein gro?es Problem war für die Ehefrau Susanne sicherlich die Versorgung der beiden kleinen Kinder (Daniel und Louis). Die t?glich zurückgelegte Entfernung, d?rfte deshalb im Durchschnitt wohl bei 10 Kilometern gelegen haben. "Der Weg zur nassauischen Tochtergemeinde Ludweiler (weitere Gemeinden, in die Loyals flohen, waren Annweiler und Limbach/Pfalz), war schon immer ein alter Weg ?ber die Grenze, und noch heute kennen viele Bewohner diesen. Er wurde bis ins 18. Jh. hinein von den protestantischen Nachkommen benutzt. Der Weg ging vermutlich ?ber Bionville, um bei Buschbon die alte Metzer Stra?e zu gewinnen. Man reiste des Nachts, weil man bei Tage in den zu durchwandernden Ortschaften viel zu leiden hatte, vom Übelwollen der Bev?lkerung."*5 (Abb. 30, 33) Über diesen alten Weg ist sicher auch schon der Vorfahre Mangin Loyal (a I 3) mit seiner Familie um 1651 gewandert, um in die Gemeinde Annweiler zu gelangen, um dort als Dachdecker zu arbeiten. Die Flucht der Familie Abraham Loyal d?rfte wohl im Fr?hjahr 1687 gewesen sein. Durch eine Urkunde wissen wir, da? sein Besitz und Land bereits im Jahre 1688 ?ffentlich versteigert wurde. Im selben Jahr finden wir folgenden urkundlichen Vermerk ?ber die Abwesenden und Gefl?chteten von Courcelles-Chaussy und Landonvillers: "Abraham Loyal et Suzanne Mathieu, Daniel Blanbois (une maison, quatre jours de terre labourable avec un pre)."*14 Mit Daniel Blanbois (a III 19) ist Abrahams Stiefbruder gemeint. In Ludweiler lebten bereits vor 1683 die beiden Br?der von Susanne Mathieu. Raphael Mathieus Schicksal wurde bereits oben geschildert. Der zweite Bruder hie? Paul Mathieu. Er wurde wohl kurz nach 1649 in Courcelles-Chaussy geboren. Familie Loyal wohnte sicher eine Zeitlang bei Paul oder Raphael Mathieu in Ludweiler, bevor sie nach Mannheim weiter zog. Der Abschied fiel schwer, denn man wu?te nicht, ob man sich jemals wieder sah. Paul Mathieu (¬ 10.8.1652 in Landonvillers, » ... 1652 in Metz, † ... 1.1719 in ... verm. Ludweiler), Beruf: "cordonnier" = Schuhmacher, wird 1684 in der Hugenottenliste von Metz genannt, wird aber bereits 1690 in Ludweiler erw?hnt. Er heiratete um 1680 Susanne Cachot (Gachot, ¬ 22.6.1647 in Courcelles-Chaussy, † ... in ...), sie lebte nur kurze Zeit in Rosseln und war die Witwe des Philipp Collin, ((To.v. Mathieu Gachot, ¬ ... in ..., † ... (vor 1669) in ..., Beruf: Tagel?hner in Courcelles-Chaussy*21, oo ... in ..., mit Mangeotte Butard, ¬ ... in ..., † ... in ...)). Susanne Cachot (Gachot) war in erster Ehe mit Philipp Collin verheiratet, der ein Untertan zu Rosseln war. Nachdem Philipp Collin in seinem Haus kurz vor 1680 in Ludweiler verbrannte, ging seine Frau eine Zeitlang weg und kehrte 1690 nach Ludweiler zurück. Die Eheleute Mathieu-Cachot erwarben am 28. Dezember 1696 von Zacharias Marchand (Kaufmann, "Maire de Naswyler", gest. 10. Juni 1752 in Ludweiler) ein abgebranntes Haus in Ludweiler, welches Marchand 1693 von Peter Jolage Erben kaufte. Die Kinder aus dieser Ehe blieben in Ludweiler und deren Nachkommen leben bis in unsere Tage noch dort.*18 Mai 1687, die Familie zieht weiter und erreicht Mannheim Familie Loyal floh zur n?chsten protestanischen Gemeinde nach Mannheim, um dort Schutz zu suchen. Wir finden Abrahams Familie dort zum ersten Mal am 19. Mai 1687 (Pfingstmontag) im Protokollbuch der franz?sisch (-wallonisch) reformierten Gemeinde erw?hnt. Sie nahmen dort am Pfingstabendmahl teil*6 und "schworen die r?mischen Irrt?mer ab". In Mannheim wurde am 9. Juli 1688 der Sohn No? geboren. Die Familie blieb jedoch nur kurz in Mannheim. September 1688, die Familie erreicht Frankfurt/M. Wir finden sie am Samstag den 25.9.1688 in den Distributionslisten von Frankfurt/M., wo sie eine Unterst?tzung erhielten. "4 (Pers.), Abraham Loyal avec sa femme Susanne Mathieu et leur enfant (Sohn Louis) - f 2,15; Isaac Mollet avec tand. son allant à Smalkalden - f 1"*7. Der Söhne Daniel und No? werden in den Listen nicht mehr erw?hnt, sie starben wohl als Kleinkinder auf der Flucht zwischen Mannheim und Frankfurt/M. Man hatte demnach in der Zwischenzeit beschlossen weiterzuziehen, denn man bef?rchtete vielleicht die nahende Gefahr der Dragonaden, die auch ?ber die Grenzen hinaus die Glaubensfl?chtlinge verfolgten. Auch die herannahenden Soldaten Ludwigs XIV. im Pf?lzischen Erbfolgekrieg (24.9.1688 - 1697) waren wohl mit ein Grund für die erneute Abwanderung. Frankfurt/M. blieb ebenfalls nur eine Zwischenstation. In den Frankfurter Distributionslisten finden wir den Hinweis, da? die Familie nach Schmalkalden (Nordhessen) weitergezogen ist. Herbst 1688, die Familie erreicht Prenzlau in der Uckermark Der Stiefbruder von Abraham Loyal, Daniel Blanbois, heiratete am 20. November 1688 in Prenzlau i.U. Also d?rften die Familien Loyal und Blanbois schon im Herbst 1688 in Prenzlau angekommen sein, wenn beide Familien gemeinsam dorthin flohen, was anzunehmen ist. Hier wurde am 4. Oktober 1689 Jeanne geboren, die aber dort am 25. Juni 1690 starb. Am 15. August 1692 folgte die Geburt von Susanne und am 25. November 1693 die von Samuel, genannt nach dem Halbbruder Abrahams, Samuel Blanbois. Die franz?sisch reformierte Gemeinde erhielt als Predigtraum in Prenzlau die ehemalige Heiliggeistkapelle unweit des Mitteltores. Hier wurden auch die in Prenzlau geborenen Kinder von Abraham L. getauft. 1694/95, die Familie zieht nach Strasburg in der Uckermark Prenzlau i.U. blieb für die Familie erneut Zwischenstation. Im Jahre 1694/95 zogen die Familie Loyal mit den Kindern Louis und No? dann weiter nach Strasburg i.U. Hier hielt sich die Familie etwa 16 Jahre auf. Abraham wird dort im Kirchenbuch als Leinwebermeister erw?hnt. Hier wurden folgende Kinder geboren: Marie (6.11.1695), Paul (22.4.1698), Abraham (8.7.1699), Judith (17.1.1702), Charles (13.6.1704) und Marie (19.10.1706). No?, geboren am 9. Juli 1688 in Mannheim, starb vor 1700 in Strasburg wie auch Paul. September 1711, die Familie zieht in die Kolonie Szemkuhnen/Ostpreu?en Sicher hatte Abraham in der Uckermark nicht das gefunden, was er sich erhofft hatte. Schlie?lich mu?te man sich mit den Alteingesessenen auseinandersetzen. Es kam oft zu Streitigkeiten. Viele Familien hatten nicht ausreichend Ackerland erhalten, um davon leben zu k?nnen. Andere erhielten ?berhaupt keine L?ndereien und waren, wenn sie kein Handwerk erlernt hatten, nirgends unterzubringen. Dazu kam, da? die anfangs erteilten Rechte gek?rzt wurden, denn die angesiedelten Franzosen standen hier nicht unter dem Schutz eigener Gerichtsbarkeit. Die Amtshauptleute suchten und fanden vielfache Gr?nde, die Kolonisten zu unterdr?cken und die etwaige Besetzung einer franz?sischen Hofstelle durch einen Deutschen zu rechtfertigen. Dadurch f?llten die Klagen der uckerm?rkischen Kolonisten im ersten Viertel des 18. Jahrhunderts ganze B?nde in den Justiz- und Kanzleiakten. Auch wurden die Franzosen wegen ihrer vermeintlichen Vorrechte von den deutschen Bewohnern beneidet. Viele Kolonisten sahen sich daher gezwungen, ihren Wohnsitz zu wechseln, "weil die Deutschen sie nicht ruhig leben lie?en." Besonders die lutherische Landbev?lkerung stand den Ansiedlern oft feindlich gegen?ber und verleidete ihnen derart die neue Heimat, da? in den l?ndlichen Kolonien noch lange ein reges Wanderleben herrschte. Dazu wurden sie noch von anderen Widerw?rtigkeiten heimgesucht wie von Seuchen und Brandsch?ndungen, so da? die Weiterwanderungen der Heimstattsuchenden noch lange Jahre anhielten. Durch ein "Königliches Patent"*8, das ab dem 20. September 1711 als ?ffentliche Bekanntmachung im Land aushing oder als Flugblatt weitergereicht wurde, erfuhr Abraham L. von den Verg?nstigungen, die der König den neuen Siedlern in dem von der "Contagion" (Pest) entv?lkerten Ostpreu?en bot. Er beschlo? mit seinen Kindern nach Ostpreu?en zu ziehen. Nur die ?ltesten Söhne Louis und Samuel blieben in Strasburg i.U. Wie mutig und zuversichtlich mu?te Abraham gewesen sein, war er doch zu diesem Zeitpunkt schon ?ber 50 Jahre alt. Abraham Loyal wanderte laut Einwanderungsliste von 1720 auf eigene Kosten noch im Herbst 1711 nach Ostpreu?en. Er wurde in Szemkuhnen "angesetzt". Dort ?bernahm er um 1712 von Andr? Gambi?, einem aus Paris stammenden Tischlermeister, der S?rge bis in die Uckermark lieferte, einen Bauernhof, auf 1 Hufe (= 30 Morgen).*15 Als Familie Loyal erstmals ihre neue Heimat betrat, war das Grundstück von hohem Unkraut ?berwuchert. Auch hatten sie Angst vor der weit und breit umgehenden, noch nicht abgeklungenen Pest. Der Ort Judtschen war ein Königl. Bauernort im Amt Stannaitschen (fr?her auch Stannen genannt, Georgisches Schulzenamt). Die Besitzungen der Königlichen Bauernd?rfer waren nicht Eigentum der Bauern, sondern Eigentum des Königs und konnten nicht vererbt werden. Es gab zwei Arten: a) Scharrwerksdorf, die Scharrwerksbauern hatten herrschaftlichen Besitz wie Vieh, Pferde und Ackerger?te. Sie mu?ten bei den Dom?nen?mtern Scharrwerksdienst auf dem Amtsacker oder andere Dienste verrichten. b) Hochzinsd?rfer, Hochzinser zahlten einen h?heren Zins als Scharrwerksbauern. Daf?r leisteten sie keine oder nur geringe Ackerscharrwerksdienste bei den ?mtern. Sie hatten aber alle Abgaben, Burgdienste, Pa?- und M?hlenfuhren usw. wie die Scharrwerksbauern zu leisten. Abraham war als Kolonist von diesen Diensten befreit und hatte keine Scharrwerksdienste zu leisten. Erst sein Sohn Abraham (a IV 53) wurde 1728 zum Scharrwerksdienst herangezogen, jedoch bald wieder befreit, als er und andere sich widersetzten. für Haus und Hof mu?te Abraham eine Königliche Unterst?tzung annehmen. Er erhielt laut Dekret 1 Hufe (= 30 preu?. Morgen = 30 x 2.500 qm = 7,5 ha), 124 Rtle. und 61 Gr. (Hof Nr. 35). Drei Jahre hatte er Steuerfreiheit. Die Schulden mu?te er erst ab 1716 abzahlen.*9 Abraham erhielt einen sogenannten "Königlichen Besatz", d. h. er bekam Vieh Wirtschaftsger?te, Saat- und Brotgetreide. Das Vieh bestand aus 4 Pferden, 2 Ochsen, 2 K?hen, 2 Schafen, 2 Schweinen, 2 G?nsen, 2 H?hnern. Dieser Besatz mu?te stets vorhanden sein. Z?chtete oder erwarb er dar?ber hinaus Vieh, so gehörte es ihm.*12 Der Hof und das Wohnhaus waren v?llig aus Holz gebaut, wie es bei fast allen Kolonistenh?fen ?blich war. Sicher half man sich gegenseitig beim Errichten der H?user und Stallungen oder renovierte verlassene H?fe. Das Wohnhaus war klein und einst?ckig und hatte nur wenige Zimmer. Alles h?usliche Leben spielte sich in einer gr??eren Stube ab. Die Betten waren in der Wand eingelassen. Das Dach war mit Stroh gedeckt und eine Wetterfahne erinnerte mit dem Erbauungsdatum an die Einwanderung. 'Abraham Loyar' (Endung 'r'!) finden wir in der Schweizerliste vom Jahre 1717 in Szemkuhnen. Er besitzt laut dieser 1 Hufe*10, (laut Liste von 1729, gleichfalls 1 Hufe).*11 Fr?hjahr 1719, Sohn Samuel zieht in die Kolonie Schlappacken/Ostpreu?en Im Fr?hjahr 1719, also acht Jahre nachdem Familie Abraham Loyal sich in Szemkuhnen angesiedelt hatte, wanderte auch der Sohn Samuel L. (a IV 50) nach Ostpreu?en. Er hoffte, wie zuvor sein Vater, auf einen neuen, besseren Anfang. Samuel wurde in Schlappacken angesiedelt. Diese Ortschaft liegt unweit von Szemkuhnen und so traf Samuel L. seine Familienangeh?rigen wieder. Das Wiedersehen war bestimmt ein freudiges Ereignis. Sicher hatten sie keinen brieflichen Kontakt, wir wissen durch die Kirchenbucheintragungen von Courcelles-Chaussy, da? Vater Abraham und seine Frau nicht schreiben konnten. Vermutlich wurde Samuel von seiner Braut begleitet, die er wohl in Rastenburg auf seinem Weg nach Ostpreu?en kennengelernt hatte. Sie heirateten am 28. April 1719 in Judtschen. Samuel lebte im gleichen Kirchenspiel wie sein Vater und so sah man sich bei den Gottesdiensten. Samuel L. wechselte bereits um 1723 seinen Wohnort und zog nach Szemkuhnen. Er wollte n?her bei seiner Familie leben. Am 27. April 1727 wurde die neu erbaute Kirche von Judtschen eingeweiht. Sommer 1728, Abraham ?bergibt den Hof seinem dritt?ltesten Sohn Abraham Abraham hatte zun?chst wohl Schwierigkeiten bei der Bewirtschaftung. Er war als ausgebildeter Leinwebermeister für den neuen Beruf als Landwirt berufsfremd. Auch war er bereits 68 Jahre alt und die schwere Landarbeit fiel ihm sicher schwer, so wollte Amtmann Hencke ihn 1728 vom Hof jagen. Doch retteten ihn h?here Stellen, wohl aber auch die Tatsache, da? sein dritt?ltester Sohn Abraham den v?terlichen Hof ?bernahm. In diesem Jahr wurde bereits Abraham junior als Schweizererbe genannt, demzufolge hatte der Vater den Hof an den Sohn ?bergeben. Auch ist bekannt, da? der Sohn in diesem Jahr vom Scharrwerkdienst befreit wurde.*15 In Abrahams bewegten Leben war endlich Ruhe eingekehrt. Er hatte hier sieben Kinder und nachweislich 50 Enkelkinder, von denen 24 das Kindesalter ?berlebten. Sohn Louis L. lebte mit zehn Kindern in Strasburg i.U., diese Enkelkinder (oben nicht mitgez?hlt) lernte er nicht kennen. Die ostpreu?ischen Kinder und Enkelkinder wohnten alle in seiner n?chsten Umgebung. Abraham starb am Mittwoch den 15. März 1730 im Alter von 70 Jahren in Szemkuhnen. Wann seine Ehefrau starb, lie? sich leider bisher nicht ermitteln. Ein Eintrag fehlt im Kirchenbuch von Judtschen. Sie verbrachte ihren Altenteil auf dem Hof des Sohnes Abraham. In einer Steuerliste von 1736 wird sie noch als Witwe erw?hnt; sie war in diesem Jahr etwa 75 Jahre alt und ist wohl kurze Zeit danach gestorben. Im Kirchenbuch sind bei den Sterbeeintragungen leider zahlreiche L?cken (1736, 1740 - 1741). Auswanderungsroute Von Courcelles-Chaussy nach Ludweiler (Pfalz) (Fr?hjahr 1687) 50 km weiter nach Sankt Lambrecht/Pfalz (verm.) dort franz. ref. Gemeinde, 110 km weiter nach Mannheim (19.5.1687) 81 km 241 km weiter nach Frankfurt/M., franz. ref. Gemeinde (25.9.1688) 95 km 95 km weiter vermutlich ?ber Kassel, dort verschiedene franz. ref. Gemeinden 229 km weiter ?ber Karlshafen, 46 km Halberstadt und Magdeburg (verm.) weiter ?ber Potsdam, bis zur franz. ref. Gemeinde von Berlin 346 km weiter nach Prenzlau i.U. (Herbst 1688) 151 km 772 km verzogen später nach Strasburg i.U. (1694/95) 42 km 42 km Gesamt etwa 1.150 km 1.150 km In der Uckermark hatten sie ein schweres Leben (Feindlichkeiten gegen die "Franzosen"). Erst 1711 weiter nach Ostpreu?en, Ankunft im Herbst (bis Memel) 822 km Insgesamt, von Courcelles-Chaussy bis Szemkuhnen legte die Familie rund 2.000 Kilometer zurück.